Die Heiligen Drei Könige – 6. Januar

Das Epiphanieasfest, das “Fest der Erscheinung des Herrn“, ist das älteste  Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war; es wurde schon um 300 im Osten, bald darauf auch im Westen gefeiert als Fest der Geburt Jesu, der Taufe Jesu, als Erinnerung an das Weinwunder zu Kana (Johannesevangelium 2, 1- 11) und zuletzt auch als Erinnerung an die Verklärung Jesu (Matthäusevangelium 17, 1 – 13), wobei es regional unterschiedliche Schwerpunkte in der Feier gab.

Früher galt der 6. Januar als Jahresbeginn und markierte das Ende des tiefen Winters. Ab dem 4. Jahrhundert wurde das alte Jahreszeitenfest durch das christliche Fest der “Epiphanie“ ersetzt. Nach der Kalenderreform von Papst Gregor XIII. verlegte Papst Innozenz XII. den seitherigen Jahresbeginn vom 6. auf den 1. Januar. Das Fest wurde nun mit dem Gedenken an die “Heiligen Drei Könige“ gefüllt, aber eigentlich ist es das Fest der Menschwerdung Gottes, des Kindes in der Krippe, das in dieser Welt erschienen ist “Epiphanie“ bedeutet “Erscheinung“. 

Der Evangelist Matthäus schrieb: "Weise, Magier oder Sterndeuter kamen aus dem Morgenland um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen." Matthäus 2,1-12

Die Magier, Weise oder Sterndeuter aus dem Osten folgten einem besonderen Stern und gelangten so nach Bethlehem zum Jesuskind. In ihm erkannten sie den neugeborenen König der Juden und brachten ihm kostbare Geschenke dar.


Die Weisen aus dem Morgenland waren die Ersten, die alles liegen und stehen ließen, um Jesus zu finden. Ob sie nun wirklich Caspar, Balthasar und Melchior hießen, bleibt ungewiss. Genauso, ob nun Caspar ein Schwarzer war. Doch wichtig für uns ist vor allem eines: Die Weisen verließen ihre sichere Heimat für eine Reise ins Ungewisse. Sie ließen sich von niemandem daran hindern, bis sie schließlich Jesus gefunden hatten. Bis heute sind die Heiligen Drei Könige auch eine Aufforderung an uns, diese Reise ins Ungewisse zu unternehmen – eine Reise, die auch uns am Ende zu Jesus führen wird.


Auf die Türen schreibt man mit Kreide den Haussegen: C+M+B, umrahmt von der Jahreszahl (z. B. 20 C+ M+ B 10). Auf Wunsch wird dieses Segenszeichen auch von den Sternsingern angebracht. Die Buchstaben stehen für den lateinischen Spruch “Christus“ Mansionem Benedicat“ ( = Christus segne die Wohnung). Volkstümlich werden sie  auch als Anfangsbuchstaben der Namen Caspar, Melchior, und Balthasar gedeutet. Die Legende sah in den biblischen “Sterndeutern aus dem Morgenland“  wegen der wertvollen Geschenke, die sie dem Jesuskind brachten, drei Könige und gab ihnen diese klangvollen Namen. Die Bedeutung jedes der drei Namen erinnert an einen Glück- und Segenswunsch:

Caspar (persisch) = “Schatzbewahrer“,

Melchior (hebräisch)  = “Mein König ist Licht“,

Balthasar  (babylonisch) = “Gott schützt Leben“.


Ingrid Stigler

Brauchtumswartin im Isargau