Da Pelzdama – 21. Dezember

 

oder der Dama midn Hamma treibt in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember – dem Fest des Hl. Thomas - sein Unwesen. Besser gesagt, er trieb sein Unwesen, denn heute ist dieser fürchterliche Geselle weitgehendst unbekannt. Die Thomasnacht ist eine Raunacht und mit vielen Bräuchen und einigem Aberglauben verbunden. In der Nacht befürchtete man Dämonen, darunter an manchen Orten den Gegenspieler von Thomas, den „bluatigen Damerl“. Der Ursprung des Dama midn Hamma ist wohl in vorchristlicher Zeit zu suchen und mit dem germanischen Gott Donar in Verbindung zu bringen. Donar war der Anführer der Wilden Jagd. Der Tag war mit vielen Orakelbräuchen versehen, besonders in Liebes- und Ehefragen. Ein leider etwas in Vergessenheit geratener schöner alter Brauch ist es, spätestens am heutigen Tag seine Güter durchzugehen und alles Geliehene dem wirklichen Besitzer zurückzugeben.

 


Der Apostel Thomas hat zu diesem Brauchtumstag

nur den Namen hergegeben. Der Name Thomas

kommt aus dem hebräischen und bedeutet Zwilling.

Thomas war Fischer, bevor er Jesus folgte. Dieser

Apostel wird auch "der ungläubige Thomas"

genannt, weil er an der Auferstehung Jesu

zweifelte und erst glaubte, als er die Wundmale des

Auferstandenen berühren durfte.

Er gilt als Apostel Indiens.                                 

 

Der 21. Dezember ist ein ganz besonderer Tag im Jahr. Der Tag der Wintersonnenwende: "Am Thomastag wächst der Tag um einen Hahnenschrei", und die längste Nacht (so wie Thomas am längsten zweifelte, also in der Dunkelheit blieb). Thomas soll auch die Weisen aus dem Morgenland getauft haben. Ursprünglich wohl auch zur Aufwertung der Weihnachtszeit auf den 21. Dezember gelegt, wurde sein Fest wegen der Nähe zu Weihnachten in der katholischen Kirche 1969 auf den 3. Juli verlegt. Auch in der anglikanischen und evangelischen Kirche kann der Gedenktag an diesem Datum begangen werden.

 

Er ist Schutzheiliger der Architekten, Geometer, Maurer, Zimmerleute, aller Bauarbeiter, der Steinhauer, Feldmesser und - wohl wegen seiner Zweifel - der Theologen. Er wird oft angerufen bei Rückenschmerzen und auch für eine gute Heirat.

Das Wetter des kommenden Jahres gab das Thomasorakel preis. Gerstenkörner wurden in einen Blumentopf gepflanzt und nach Weihnachten konnte "sicher" abgelesen werden, ob sich die kommende Ernte lohnen wird.

Bauernregeln für den 21. Dezember: Wenn's St. Thomas dunkel war / gibt's ein schönes neues Jahr.
St. Thomas bringt die längste Nacht, / weil er den kürzesten Tag gebracht.

 

Ingrid Stigler, Brauchtumswartin im Isargau