Pfingsten - "Fest des Heiligen Geistes"

Pfingsten zählt neben Ostern und Weihnachten zu den kirchlichen Hochfesten. Gefeiert wird das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu. Pfingsten bildet den feierlichen Abschluss der Osterzeit.


Seit dem dritten Jahrhundert wird das Pfingstfest gefeiert. Immer am fünfzigsten Tag nach Ostern. Fünfzig heißt im Griechischen "pentecoste", und von daher leitet sich der Name "Pfingsten" ab. Es ist ein frohes Fest, und es erinnert uns an den Heiligen Geist, der neues Leben schenkt. Fröhlich und besinnlich zugleich ist das Fest auch bis heute geblieben.

In Deutschland ist Pfingsten ein "doppelter" Feiertag. Es gibt den Pfingstsonntag und den Pfingstmontag.


Das Bild vom Heiligen Geist, der sich in der Gestalt von Feuerzungen über die ver-schüchterte Gemeinde von Jerusalem ergießt, ist nicht gerade beruhigend. Schwefel und Feuer hatte Gott über Sodom und Gomorrah regnen lassen. Glühende Kohlen beten die Psalmendichter auf ihre Feinde herab. Und immer wieder wird im Alten Testament gesagt, dass Gott wie ein verzehrendes Feuer ist. Nichts bleibt so, wie es war, wenn das Feuer nach ihm greift. Am Feuer verbrennt man sich nicht nur die Finger. Der Gott, der ein verzehrendes Feuer ist, greift nach dem ganzen Menschen. Das ist beängstigend und das darf uns auch ruhig Angst machen. Dieser Gott geht aufs Ganze.


Pfingsten, das liebliche Fest, ist gekommen", so dichtet Johann Wolfgang von Goethe. Pfingsten ist auch ein Frühlingsfest. Die Pfingstrosen blühen, die Birken grünen.
Christlich gesehen ist Pfingsten das Fest des Heiligen Geistes. Und dieser Heilige Geist wird oft als eine Taube dargestellt. Nach der Naturkatastrophe Sintflut trug die Taube einen Ölzweig im Schnabel. Seither steht sie als Friedenstaube für den Heiligen Geist, der Frieden und Versöhnung stiften will zwischen Gott und Mensch, zwischen Mensch und Mitmensch,

zwischen Mensch und Tier, zwischen Umwelt und Mitwelt.

In manchen christlichen Kirchen befindet sich oben im Gewölbe eine Luke, das so genannte „Heilig-Geist-Loch“. Aus ihm wurde in alten Zeiten zu aller Freude und Begeisterung der Heilige Geist in Gestalt einer holzgeschnitzten Taube über die Gläubigen herabgelassen. Bildhaft und spielerisch sollten sie erleben, was Pfingsten bedeutet. Sieben goldene Strahlen waren  wie in einem Kranz  um die Taube. Sie sollten hinweisen auf die sieben Gaben die dem Heiligen Geist zugeschrieben werden: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissen-schaft, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Teilweise ließ man auch eine lebende Taube fliegen.

Pfingstbräuche:
Die Pfingstbräuche haben mit dem christlichen Festgedanken von der Herabkunft des Heiligen Geistes häufig nicht viel zu tun und sind eigentlich Frühlings- und Maibräuche.

Auch der "Pfingstochse" war bekannt. So führten die Metzger einen fetten Ochsen durch das Dorf. Das Tier war mit Blumen und Girlanden geschmückt. Am nächsten Tag wurde er dann geschlachtet. Auch beim Almauftrieb gab es einen "Pfingstochsen". Dies war ein bunt geschmückter Ochse, der die Rinderherde bergauf führte.

Pfingstregen kommt nie gelegen / Regnet's am Pfingstmontag, tut es das sieben Sonntag 

... und ein aktueller Pfingstwitz:
Ein Katholischer Pfarrer lädt einen befreundeten  jüdischen Rabbi zum Pfingstfest ein und in einem Gespräch über Glaubensfragen fragt der Pfarrer den Rabbi: Mein Freund, wann wird der Zeitpunkt kommen, an dem Ihr ein Schweinesteak mit mir esst.
Entgegnet der Rabbiner: Auf Eurer Hochzeit, Herr Pfarrer.

Ingrid Stigler, Gaubrauchtumswartin