Die Geschichte der Maiandacht

Eine Maiandacht ist ein Wortgottesdienst in der katholischen Kirche zu Ehren Mariens. Sie findet am Abend im Monat Mai („Marienmonat“) statt. Die Lieder und Gebetstexte beziehen sich meist auf Maria. Im 18. Jahrhundert breitete sich diese Andachtsform von Italien ausgehend weltweit in der Katholischen Kirche aus. Ihren Ursprung hat der Lobpreis Marias aber bereits im neutestamentlichen Lobgesang der Mutter Jesu, dem Magnifikat. In seiner Enzyklika „Mense maio“ vom 29. April 1965 empfahl Papst Paul VI. die besondere Verehrung Mariens im Monat Mai. In katholischen Familien / Gegenden gab und gibt es auch die Tradition einer häuslichen Maiandacht. Dazu errichtete man einen kleinen „Maialtar“, bei dem eine Marienfigur oder ein Marienbild im Mittelpunkt stand.

Von jeher wurde die Gottesgebärerin in enge Beziehung gebracht zur Zeit sprießender Pflanzen, beginnender Fruchtbarkeit und wachsender Lebensfreude.

Im Mai - so sagt man oft - trägt die Natur ihr Festgewand. Deshalb wird Maria als „Maienkönigin“ gefeiert. In Maria, der „Mutter Erde“, begegnen wir einer bodenständigen Frau, die ein klares Ja zu Gottes Willen aussprach. Maria zeichnet Hingabe, Treue, Vertrauen und dienende Hilfsbereitschaft aus. Diese Haltung lässt sich mit Demut (humilitas) beschreiben, was zusammenhängt mit Humus, Erdboden, mit dem, was ganz unten ist. Als „Frau aus dem Volke“ erscheint Maria populär und bietet eine Vielzahl von Berührungspunkten als Tochter, Mutter, Schwester, Arbeiterin, Fürsprecherin und Wegweiserin.

Besondere Maiandachten lassen sich schon im Mittelalter feststellen. Dass man aber den ganzen Mai hindurch tägliche oder häufige Gebete der Mutter Jesu weihte, ist das Ergebnis einer Entwicklung, die im 17. Jahrhundert eingesetzt hat.

Das beliebte Marienlied "Sagt an, wer ist doch diese“, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, drückt in wunderschöner und zeichenreicher Weise das tiefe Geheimnis der Himmelfahrt Mariens aus.

Hier heißt es über Maria:

Sie ist die edle Rose
ganz schön und auserwählt
die Magd, die makellose
die sich der Herr vermählt.
O eilet, sie zu schauen
die schönste aller Frauen,
die Freude aller Welt.

Ich wünsche uns allen einen schönen Mai

mit vielen feierlichen Maiandachten.


Ingrid Stigler Foto: I. Stigler privat

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