Der
Name Luzia kommt vom lateinischen lux und bedeutet Licht. Luzia ist die Lichtvolle, die Lichtträgerin oder die
Leuchtende.
Die Legende
erzählt, dass sie von Ochsen zu Tode geschleift werden sollte. Doch die
Tiere bewegten sich nicht von der Stelle, sosehr man sie auch antrieb. Deshalb
wurde Luzia schließlich erstochen.In Schweden wird das Fest der Heiligen Luzia auf
besondere Weise gefeiert. Dort ist es im Dezember
nur wenige Stunden hell, so dass die Menschen das
Licht mehr zu schätzen wissen. Ein weißgekleidetes
Mädchen, die Lussibrud (Lucienbraut) traditionell ist
das die Aufgabe der ältesten Tochter einer Familie –
trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem
Kopf und weckt in der Familie die Schlafenden und
bringt ihnen Gebäck. Überlieferungen zufolge hat die Heilige Luzia das
Licht als Krone auf dem Kopf getragen, damit sie ihre beiden Hände frei hatte,
um bedürftigen und Not leidenden Menschen zu helfen. Der Brauch geht auf uralte, wahrscheinlich
germanische und keltische Traditionen zurück. Später griff man die Verehrung um
die sizilianische Märtyrerin Luzia auf und gedachte ihrer in der längsten Nacht
des Jahres (nach dem alten Kalender der 13. Dezember) mit Lichterglanz. Der
schöne Brauch verbreitete sich in Europa, insbesondere in Schweden, wo der
Luzientag sogar Nationalfeiertag ist. Es ist ursprünglich ein
Lichterfest, früher feierte man es am Tag der Wintersonnenwende. Deshalb haben
viele Luzia-Bräuche mit Licht zu tun, bei dem
z. B. viele kleine aus
Nussschalen gebastelte „Schiffchen“ auf ein Gewässer gesetzt werden und die
Dunkelheit erleuchten sollen.
Das Fest der
Heiligen Luzia, am 13. Dezember, ist eine Raunacht. Und in allen Raunächten
treiben nach dem Volksglauben alle möglichen guten und bösen Geister ihr
Unwesen. So war mit dem Luziertag früher manches Brauchtum verbunden. In meiner
Jugendzeit war die Luzia, auch Luzi genannt, ein gefürchtetes und blutrünstiges
Gespenst, das besonders den kleinen Kindern an den Kragen, oder besser gesagt,
an den Bauch wollte. So wurde erzählt, dass die Lucia nachts durchs Haus
schleiche oder schwebe und den kleinen Kindern den Bauch mit einem langen
Messer aufschlitze. In den Augen der Kinder war sie ein altes Weib, das zerlumpt gekleidet ist, ein hässliches
Gesicht und zerzaustes Haar hat. Meistens hielt sie in der rechten Hand eine
Sichel mit Wetzstein oder ein Metzgermesser. Die Luzier wurde meistens von einem
Burschen oder einem Mann dargestellt und besuchte vor allem böse und unfolgsame
Kinder, denen das ganze Jahr mit ihrem Erscheinen gedroht wurde. Meistens
kündigte sie sich mit dem Wetzen der Sichel an, stieß die Tür auf und trampelte
in die Stube. Verängstigt liefen die Kinder zur Mutter. Wenn die Kinder
versprachen, wieder folgsam zu sein, verließ die Luzier wieder das Haus.
Das Luzien-Häuschen-Schwimmen - früher auch Lichterschwemmen genannt - ist ein traditioneller Brauch. Anlass hierfür war das verheerende Hochwasser im Dezember 1785. Hierbei trat die Amper über die Ufer, dass ganz Fürstenfeldbruck überschwemmt wurde. Die Bewohner baten in ihrer Not die heilige Luzia um Hilfe. Und tatsächlich das Hochwasser ging bald zurück. Daraufhin legten die streng gläubigen Bürger von Fürstenfeldbruck das Versprechen ab, jedes Jahr für die Rettung zu danken. Nach jahrelangen Unterbrechungen erinnerte man sich 1949 wieder an diesen alten Brauch, der seitdem alljährlich in der oberbayerischen Stadt Fürstenfeldbruck ausgeübt wird. Dieser schöne Brauch ist heute einmalig in ganz Süddeutschland.
Luzia ist die Patronin der Bauern und Kutscher, der Türhüter und Hausmeister, der Optiker und Glaser. Berufe mit spitzen Werkzeugen wie Näher, Sattler und Polsterer rufen sie an. Sie wird auch angerufen gegen Armut, Feuersbrunst, Augenleiden, Halsschmerzen und Darmerkrankungen.
Bauernregel:
Zu St. Luzia werden Weichselzweige g'schnitt'n, die blühn nach 4
Wochen, so will´s die Sitt'n.
Wenn Luzia die Gans geht im Dreck, so geht sie am Christtag auf
Eis.
Ingrid
Stigler, Brauchtumswartin im Isargau