Karwoche

 

Gründonnerstag

 

Am Mittwoch oder am Gründonnerstag wird traditionell die so genannte Chrisam-Messe, der Ölweihgottesdienst, gefeiert. Dabei werden die heiligen Öle geweiht, die im Laufe des Kirchenjahres bei der Spendung von Taufe, Firmung, Krankensalbung und Priesterweihe verwendet werden. Chrisam besteht aus Olivenöl mit einem Zusatz von aromatischen Stoffen.

 

Am Gründonnerstag - vom althochdeutschen "Greinen" für "Weinen"  und eher nicht von der Farbe Grün der Messgewänder, denn an diesem Tag wurden die Büßer (Weinenden) wieder in die volle frühchristliche Kirchengemeinschaft aufgenommen - und Karfreitag "Kar" oder althochdeutsch "kara" bedeutet "Klage" und "Kummer" - wird zunächst einmal geratscht. Weil der Überlieferung nach die Glocken nach Rom geflogen sind, ersetzt das laute Geräusch der "Ratschen" aus Holz zu Mittag und zum Vesperläuten die Funktion der Glocken. Am Abend wird in vielen Pfarren die "Fußwaschung" vorgenommen. Sie ist auch ein Zeichen des Willkommens.

Karfreitag

Der "Schmerzhafte Freitag" ist ein Trauertag und steht als erster

des Triduum sacrum, der drei heiligen Tage, ganz im Zeichen der

Kreuzigung und des Todes Jesu.

 

Das Brauchtum, an Karfreitag Fisch zu essen, findet übrigens seinen

Ursprung nicht nur in der fleischlosen Fastenzeit: Der Fisch gehört zu

den Erkennungszeichen von Christen. Das Wort „Fisch“ heißt auf

griechisch „Ichthys“, die Anfangsbuchstaben von „Iesos Christos

Theou Yios Soter“ (auf deutsch: Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter).
In der Frömmigkeit der evangelischen Christen kommt dem Karfreitag

ein besonderer Rang zu. Er gilt als höchster Feiertag, wichtigster

Abendmahltag und natürlich als strenger Fasttag.