Elisabeth
von Thüringen
19. November
*
7. Juli (?) 1207 in Sárospatak im Norden von Ungarn
†
17. November 1231 in Marburg in Hessen
27. Mai 1235
Heiligsprechung
Patronin der Witwen und Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten, Notleidenden
Der
Name der heiligen Elisabeth erinnert an eine Frau aus dem 13.
Jahrhundert, die in ihrem Leben an Armen und Kranken viel
Barmherziges tat.
Sie gehört zu den großen
Frauengestalten des Mittelalters, die sich im Dienst an anderen
verzehrten.
Die Hl. Elisabeth von Thüringen (1207 - 1231) wurde am 07. Juli 1207 als Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Andechs geboren. Sie gebar ihrem Ehemann Ludwig IV, Landgraf von Thüringen, drei Kinder, kümmerte sich um die Bedürftigen und besuchte Armenviertel. Schon als Kind soll sie erkannt haben, dass der Gegensatz zwischen Reichtum und Elend den Geboten Gottes widerspricht. Nach der Vermählung mit Ludwig, dem Landgrafen von Thüringen, fand deshalb auch das verschwenderische Treiben auf der gräflichen Burg ein Ende. Stattdessen wurden nun Aussätzige, Kinder und Kranke unterstützt. Während der Hungersnot im Jahre 1225 musste Ludwig seiner Frau jedoch Einhalt gebieten: Sie verteilte so viel von den Vorräten der Kornkammern an die Armen, dass die Versorgung der Burg ernsthaft gefährdet war. Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen Orden bei, um am 5. Kreuzzug teilzunehmen und starb 1227 an einer Seuche. Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie dann von der Familie ihres Mannes von der Wartburg vertrieben bzw. ging freiwillig und führte bewusst ein Leben in Armut und mildtätiger Liebe zu den Armen. Mit ihrem Witwenvermögen errichtete sie in Marburg ein Spital und benannte es nach Franziskus. Sie arbeitete dort auch selbst als Pflegerin. Sie starb mit 24 Jahren; bereits vier Jahre nach ihrem Tod erfolgte ihre Heiligsprechung.
Das "Rosenwunder" - die wohl bekannteste Begebenheit, welche als Wunder überliefert wurde. Der Landgraf – von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt – soll seine Gattin, die mit einem brotgefüllten Deckelkorb die Burg herab stieg, gefragt haben: "Was trägst du da?". "Rosen, mein Herr", antwortete die junge Frau mit demütiger Miene. Ungläubig öffnete Ludwig den Korb und fand statt der eben eingepackten Brote unter dem Tuch lauter frisch duftende Rosen. Lächelnd ging er davon und ließ Elisabeth von nun an gewähren. Aufgrund dieser Überlieferung ist ein Korb mit Rosen auch heute noch das Attribut der heiligen Elisabeth.
Ingrid Stigler
Brauchtumswartin im Isargau