14 Nothelfer mit ihren Attributen in einer Wolke, darunter eine kniende Frau mit ihrem Kind, in der Ulrichskapelle nahe Ruswil bei Luzern in der Schweiz

Vierzehn heilige Nothelfer

 

Wer sind die vierzehn Nothelfer?

 

Es sind vierzehn Schutzheilige, meist Märtyrer, die

vom Volk schon im 9. Jahrhundert in Nöten und

Gefahren besonders vertrauensvoll angerufen wurden.

 

Die einzelnen Nothelfer stelle ich nacheinander

näher vor.

 

Mit Hilfe dieser Nothelfer versuchte man, die menschliche

Ohnmacht gegen die Schicksalsschläge und Katastrophen

der Zeit zu bekämpfen. In der Not einen bestimmten

Heiligen anrufen half im Verständnis des Volkes viel,

in der Not viele Heilige anrufen half mehr.

 

Der bekannteste Ort ihrer Verehrung ist die barocke

Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen bei Lichtenfels, ein

Meisterwerk Balthasar Neumanns, die 1774 erbaut wurde.

 

 

14 Nothelfer mit ihren Attributen in einer Wolke, darunter eine kniende Frau mit ihrem Kind, in der Ulrichskapelle nahe Ruswil bei Luzern/Schweiz.

 

 
Dort sind der Legende nach in den Jahren 1445 und 1446

dem Klosterschäfer Hermann Leicht die vierzehn

Nothelfer und das Jesuskind erschienen.

 

 

Die Heiligenverehrung gewann dann vor allem im pestbedrohten 13./14. Jahrhundert stark an Bedeutung. Den einzelnen Heiligen wurden Aufgabenbereiche zugewiesen. So wird Florian, der als Märtyrer ertränkt wurde, angerufen bei Feuersbrunst, doch er wurde auch zum Patron der Bierbrauer, Fassbinder und Schornsteinfeger.

 

1377 ordnete der Regensburger Bischof Konrad von Haimburg die Verehrung der Heiligen Barbara an, und zwar zugleich mit der Heiligen Katharina und der Heiligen Margareta.

Der Volksmund schmiedete sich dazu den Merkvers: "St. Margaretha mit dem Wurm, St. Barbara mit dem Turm, St. Katharina mit dem Radl, das sind die heiligen drei Madl." Regensburg wurde auch Ausgangspunkt für den sich verbreitenden Nothelferkultes. Das Nothelferfenster in der südlichen Chorschräge des Regensburger Domes dürfte eine der frühesten Darstellungen dieses Themas überhaupt sein.

In der Regel gelten folgende Heilige als die 14 Nothelfer: 

Achatius, angerufen gegen Todesangst und Zweifel, 
Ägidius, angerufen zur Ablegung einer guten Beichte, 
Barbara, angerufen gegen Gewitter, Feuersbrunst, Fieber, Pest und jähen Tod, 
Blasius, angerufen gegen Halsleiden und Zahnschmerzen, 
Christophorus, angerufen gegen Wassergefahren, Seuchen und unvorbereiteten Tod, 
Cyriacus, angerufen gegen Anfechtung in der Todesstunde, 
Dionysius, angerufen gegen Kopfschmerzen und Seelenleiden, 
Erasmus, angerufen gegen Magenleiden und Leibschmerzen, 
Eustachius, angerufen in allen schwierigen Lebenslagen, 
Georg, angerufen gegen Seuchen der Haustiere, 
Katharina, angerufen gegen Leiden der Zunge und schwere Sprache, 
Margareta, angerufen gegen Unfruchtbarkeit und bei schweren Geburten,
Pantaleon, angerufen gegen Kopfschmerzen und Auszehrung, 
Vitus (Veit), angerufen gegen Epilepsie, Krämpfe und Tollwut.

 

 

Ingrid Stigler, Gaubrauchtumswartin